Blogeintrag

Neubau Strandpromenade in Zempin

 Zempin, das kleinste Ostseebad auf der Insel Usedom, ist derzeit in einem Wandel. Der Neubau der Strandpromenade soll dem ort ein neues, schöneres Gesicht geben.

Sicherlich ist das eine gute Idee, den Ort zu verschönern und ein attraktiveres Aussehen zu geben. Man muss allerdings nicht unbedingt konservativ sein, um an diesem Wandel auch negative Seiten zu erkennen.

 

Klar, eine Strandpromenade von der Waldstraße bis zum Strand gab es eigentlich bisher nicht, und mit etwas Phantasie sieht man auch jetzt schon, wie es im Herbst diesen Jahres dann auch aussehen wird. Allerdings war es nie so, dass sich der Feriengast durch hässliches Unterholz zum Strand kämpfen musste. Auch der alte Betonweg, einfach quer durch den Wald verlaufend, hatte seine schönen Seiten. Kurz bevor man den Strand erreichte, nahm einen das historische Anlitz eines Fischerdorfes gefangen, seinen ganz eigenen, einzigartigen Charme versprühend.

Demnächst labt sich das Auge des Urlaubers anperekt gelegtem Betonpflaster, er läuft auf sicherem, gutbefestigten Boden und ein wundervoll versiegelter Platz ist nur noch die letzte Hürde, bevor er seinen Windschutz zum okkupieren seiner Sandliegefläche benutzen wird

Sicherlich, alles nicht so schlecht, aber dann auch nicht mehr so viel anders als in allen anderen Badeorten der Insel. Ein nicht unwichtiges Alleinstellungsmerkmal des kleinen Ortes wird jedoch für immer verloren sein: das Urwüchsige, Geschichtsverbundene und Naturnahe.

Vorbei die Zeit, wo man mit spitzen Zehen sich durch den kienäfpelgespickten, sandigen Boden des Küstenwaldes abenteurlustig vorantastete. Was bleibt, ist die Erinnerung und die großen Augen der der Enkel, wenn man Ihnen davon erzählen wird.